Seit 2021 hat die Betriebsökonomin den süssesten Job der Schweiz: Caroline Derungs leitet die Erlebniswelt Chocolarium der Maestrani Schweizer Schokoladen AG. Das Chocolarium wurde 2017 eröffnet und verzeichnet rund 230‘000 Gäste pro Jahr. Das Angebot reicht von Führungen, Workshops und Events bis zum grossen Shop mit dem Minor Café. Seit 2025 engagiert sich die 53-Jährige zudem im Verwaltungsrat der Säntis-Schwebebahn AG.

Caroline Derungs, worauf könnten Sie eher verzichten: Auf Schokolade oder auf Berge?

Am liebsten weder auf das eine noch auf das andere. Ich kriege nach ein paar Tagen ohne Schokolade bereits Entzugserscheinungen. So gesehen wäre ein Leben ohne Schokolade für mich vermutlich schwieriger.

Der Eventmarkt ist in Bewegung – hybride Formate, Nachhaltigkeit und Erlebnisse sind gefragt. Wie reagieren Sie im Chocolarium auf diese neuen Erwartungen?

Das Chocolarium ist die Glücksfabrik von Munz und Minor. Das ist weit mehr als ein Claim – es ist unser Erfolgsrezept. Daran orientieren wir uns konsequent. Schokolade ist ein sehr sinnliches Produkt und lässt viel Raum für echte Emotionen. Vom exklusiven direkten Blick in unsere Live-Produktion, dem Probieren von fünf Geschmacksrichtungen an den Schokoladenbrunnen bis zum selbst Verzieren einer Schokoladentafel. Selbstverständlich beobachten wir Trends und greifen diese auf, wenn sie zu uns passen. So haben wir vor Kurzem das Angebot einer personalisierbaren Schokoladenverpackung mit verschiedenen Designs erfolgreich in unserem Shop lanciert. Auch stellen wir fest, dass das Interesse an den Hintergründen der Herstellung von Schokolade gestiegen ist. Darauf reagieren wir, indem wir unsere Informationen vor Ort und natürlich bei den Führungen entsprechend ergänzen.

Wie kann die Ostschweiz noch stärker als MICE-Destination wahrgenommen werden?

Es braucht weiterhin eine starke Sichtbarkeit unserer vielfältigen Angebote. Dafür müssen wir über Destinations- und Kantonsgrenzen hinweg zusammenarbeiten und Pakete so schnüren, dass sie für Kunden möglichst einfach, inspirierend und aus einer Hand buchbar sind. Gleichzeitig sollten wir die besonderen Qualitäten der Ostschweiz noch stärker hervorheben: Authentische Gastgeber, eine hohe Servicequalität, kreative Eventpartner und nicht zuletzt die kurzen Wege zwischen Bergen, Bodensee und Genusserlebnissen. Eine mutigere und selbstbewusstere Kommunikation unserer Stärken würde meiner Meinung nach wesentlich dazu beitragen, die Ostschweiz noch klarer als attraktive MICEDestination zu positionieren.

Wie schaffen Sie es beim Chocolarium, ökologische Verantwortung und emotionales Erlebnis unter einen Hut zu bringen?

Als Teil der Maestrani Schweizer Schokoladen AG, sind wir in ein sehr nachhaltiges Unternehmen eingebettet. Als Familienunternehmen ist Nachhaltigkeit Teil unserer DNA. Unsere Angebote im Chocolarium reflektieren wir laufend selbstkritisch und werden regelmässig auditiert. Das Label «Swisstainable» hat uns zusätzlich motiviert, unsere Erlebnisse noch stärker unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit zu betrachten und weiterzuentwickeln.

Sie bewegen sich engagiert zwischen Schokolade, Bergen und Business. Was treibt Sie persönlich an?

Schokolade und Berge sind starke Symbole der Schweiz und prägen unser Image in der Welt entscheidend mit. Ich liebe es, mich für diese beiden Symbole und für den Standort Schweiz zu engagieren. Die Verbindung von Tradition und Innovation, das Zusammenspiel von Echtem und den Möglichkeiten der Digitalisierung inspiriert mich täglich. Gemeinsam mit meinem Team besondere Erlebnisse zu schaffen, die Neugier zu wecken, alle Sinne anzusprechen und Emotionen auszulösen motiviert mich, immer wieder Neues auszuprobieren.