Winzige Enziane und gewaltige Felsmassive spiegeln sich gleichermassen in einem Bergsee. Etwas anspruchsvoller ist die Sache bei Events und Meetings schon. Ob es nun 10 oder über 1000 Teilnehmende sind, spielt bei der Wahl der Räumlichkeiten und Rahmenprogramme natürlich eine wichtige Rolle. Das Berner Oberland beweist indes, dass es diese Bandbreite locker abdeckt: Dass sich gelungene Events im kleinen wie im grossen Rahmen realisieren lassen, zeigt die folgende Auswahl an GastgeberInnen.

Kleine Meetings – grosse Kulisse

Für Anlässe mit unter 50 Personen eignet sich das Chalet Hotel Alpenland im Dorf Lauenen. Das Hotel grenzt direkt an das Naturschutzgebiet Rohr und bietet damit einen passenden Rahmen für ruhige und naturnahe Meetings und Teamausflüge. In den drei Meetingräumen finden je nach Bestuhlung 10 bis 30 Personen Platz – mit viel Tageslicht und Panorama. Nach der Arbeit lädt die umliegende Natur zu Erkundungen ein: Wanderungen führen beispielsweise zum Lauenensee auf 1379 m ü. M., der in einem geschützten Moorgebiet liegt. Auch die Wasserfälle der Region sind einen Abstecher wert, darunter der mehrstufige Geltenschuss, der eindrücklich über die Felswände in die Tiefe stürzt.

Der Niesen bietet Outdoor-Spektakel. © Rob Lewis Photography

Tradition ist Programm

Der kleine Rahmen bleibt Programm: Etwas oberhalb von Gstaad liegt die Flüemad-Hütte mit ihrer 250-jährigen Geschichte. Auch diese Location ist bestens geeignet für Firmenanlässe, Mitarbeiter-Essen oder Meetings für bis zu 60 Personen. Egal ob auf der Terrasse oder in der Hütte, wenn sich frische Alpenblumen und Kerzen zum originalen Interieur gesellen, ist eine ebenso rustikale wie historisch geprägte Atmosphäre garantiert. Das zugehörige Catering stammt übrigens aus der «Gstaaderhof»-Küche, womit auch mal französische Noten ins Geschäftsessen einfliessen. Geht es danach um das passende Rahmenprogramm, warten vor der Hüttentür ebenso authentische Aktivitäten: Um die lokalen Traditionen besser kennenzulernen, nehmen Gäste etwa an einem Jodelworkshop oder an einem Scherenschnittkurs teil.

Inspiration auf der Pyramide

In anderen Regionen des Berner Oberlands finden sich ebenfalls zahlreiche Optionen für kleinere Gästegruppen. Wen es in die Höhe zieht, steigt zum Beispiel einfach in die Bergbahn: Sowohl auf dem Niesen als auch auf dem Stockhorn finden Gäste die passende Infrastruktur für Seminare & Co. Die Bergstationen punkten zudem mit grandioser Weitsicht und einem breiten Spektrum an Outdoor-Möglichkeiten. Sind dagegen inspirierende Momente am Ufer gefragt, stehen am Thuner- und Brienzersee Hotels wie das «Eden Spiez», das «Seaside» oder das «Bellevue » in Interlaken bereit. Mit den nahen Wasserflächen ist dabei auch gleich für das nächste Freizeitvergnügen gesorgt. Die einen steigen ins «Scenic Jetboat» und brausen kurvenreich über den Brienzersee, andere meistern beim Riverrafting Stromschnellen und erleben die Kraft der alpinen Flüsse hautnah.

Belle-Époque-Stil herrscht im «Belvédère». © Belvédère Strandhotel

Charme der Belle Époque

Klein mag fein sein. Für manche Anlässe gilt es bei der Grössenordnung jedoch, die goldene Mitte zu finden. Geht es um Anlässe und Treffen bis zu 150 Personen, brauchen VeranstalterInnen im Berner Oberland ebenfalls nicht lange zu suchen. Eine gute Adresse in diesem Bereich ist dabei etwa das Belvédère Strandhotel in Spiez. Der Vier-Sterne-Superior-Betrieb mit viel Boutique-Charme verfügt einerseits über edle Säle im Belle-Époque-Stil, andererseits sind hier auch topmoderne Seminar- und Gruppenräume zu finden. Bereits die Kaffeepause im lichtdurchfluteten Foyer oder auf der Aussenterrasse schenkt dank Weit- und Seeblick rasch neue Energie. Nach getaner Arbeit lockt dann ein Aperitif im Hotelgarten mit Orangerie. Wer länger bleiben möchte, findet über der Spiezer Bucht auch 56 stilvoll eingerichtete Zimmer.

Ballsaal an der Aare

Eine ebenso gelungene Mischung von historischem Flair und zeitgemässer Infrastruktur präsentieren GastgeberInnen in Interlaken: Das Grand Hotel Beau-Rivage blickt auf eine Geschichte zurück, die bis 1874 datiert. Das Traditionshaus an der Aare sorgt mit seinen Suiten und dem Spa sicher für entschleunigende Momente. Daneben animiert der Blick auf Fluss und Bergwelt aber eben auch zu produktiven Leistungen. Acht Räumlichkeiten vom Ballsaal mit Stuck- und Spiegelelementen über das Sitzungszimmer mit offenem Dachstuhl bis zum fortschrittlichen Tagungsraum reihen sich hier aneinander. Dabei können sich Gäste einerseits auf der höchsten Hoteletage abseits des Trubels konzentrieren, andererseits bietet auch das angrenzende Gebäude Möglichkeiten für ungestörte Meetings. Und apropos Stille: Ein Rundgang in den nahen St. Beatus-Höhlen rundet den Gruppenaufenthalt in Interlaken perfekt ab.

Velovermietung gehört zum «HUUS»-Programm. © Destination Gstaad, Moritz Ablinger

Mit «La Cave» und «Le Chalet»

Geht es um die Verbindung von alpiner Atmosphäre und Eleganz, darf das Hotel HUUS in Gstaad nicht unerwähnt bleiben. Für Teambuildung-Events oder Meetings für bis zu 130 Gäste werden hier sieben verschiedene Tagungsräume für die jeweiligen Bedürfnisse eingerichtet – das Spektrum reicht vom Konferenzraum über die «LA CAVE» bis zum «LE CHALET». Dank Guides und eigener Velovermietung lässt sich der Kopf zwischendurch effizient auslüften.

Und wenn wir schon bei Ausflügen sind: Auf über 1800 m ü. M. liegen mit dem Berghotel Hornberg und dem Hotel Restaurant Hornfluh zwei weitere Player mit prallem Aktivitätenprogramm. Das Alpinzentrum nimmt Gruppen zum Beispiel mit auf eine Klettertour an die Hornfluh. Doch die wunderschöne Bergwelt des Saanenlandes animiert auch zum geselligen Feiern: In den urchigen Stuben der beiden Restaurants können mit bis zu 150 Personen echte Schweizer Spezialitäten genossen werden.

Viel Freiraum auf der «Eggli»-Terrasse. © Bergbahnen Destination Gstaad AG

Tagen auf dem Thunersee

Firmen und Teams wachsen weiter – und mit ihnen das Raumangebot. Mittlerweile sind wir bei Locations mit einer Kapazität von deutlich über 150 Personen angelangt, womit neue Ideen gefragt sind. Warum also nicht die nächste Präsentation, das nächste Bankett für einmal auf dem Wasser inszenieren? Das Motorschiff «MS Berner Oberland» nimmt bis zu 376 Passagiere mit auf eine Tour über den Thunersee. Mit bis zu 27 Stundenkilometern tuckern die Gäste über den blauen Spiegel, während das Dreigestirn von Eiger, Mönch und Jungfrau eine majestätische Kulisse bildet. Doch mit Staunen ist es nicht getan: Das grosse Atrium mit Galerie bietet zum Beispiel Raum für ein Buffet oder eine kleine Showbühne, während das Sonnendeck mit Lounge-Bestuhlung und Cocktailbar zum Zurücklehnen einlädt.

Unterwegs mit der «MS Berner Oberland». © BLS Schifffahrt AG

Denkmal der Gastfreundschaft

Wieder an Land, brauchen sich auch die Hotels am Ufer nicht vor grösserem Publikum zu verstecken. Bis zu 400 Personen sind etwa im Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa in Interlaken willkommen. Hier tagen Gäste in 22 Veranstaltungsräumen, die teils mit denkmalgeschützten Stuckdecken und Kronleuchtern glänzen, andererseits in Sachen Technik und Flexibilität auf dem neusten Stand sind – die hauseigenen Eventplaner passen das Interieur dabei den jeweiligen Bedürfnissen an, und auch ein Business-Lunch zwischendurch oder ein Apéro riche im Anschluss sind möglich. Von den 216 Zimmern aus lässt sich daneben ein 5500 m² grosser Spabereich erkunden: Die Atmosphäre eines Boudoirs der 1940er-Jahre und der Panoramablick liefern einen erholsamen Ausgleich zum Business-Teil.

Wenn der Hausberg ruft

Spitze Gipfel ragen in den Berner Himmel. Das heisst aber nicht, dass grössere MICE-Gruppen in der Höhe keinen Platz finden. So bringt sie die Gondelbahn in wenigen Minuten auf den Gstaader Hausberg Eggli. Mit dem Bergrestaurant und der exklusiven Lounge stehen dort Räumlichkeiten für bis zu 300 Personen bereit. Dank Terrassen und Zelten lässt sich das Set-up beliebig anpassen, und mit Führungen und Wanderungen ist auch das Rahmenprogramm individuell gestaltbar.

Auf 3000 Metern Höhe überzeugt das Restaurant Botta auf Glacier 3000 mit Genuss und Panorama. Der Bau des renommierten Architekten Mario Botta verbindet klare Architektur mit spektakulärer Aussicht. Von Rooftop, Seminarräumen mit Platz für bis zu 400 Personen oder Bar aus lässt sich die umliegende Bergwelt auf vielseitige Art erkunden, sei es auf dem rasanten «Alpine Coaster», auf der Hängebrücke «Peak Walk by Tissot» oder auf einer Gletscherwanderung.

Atemberaubender Blick auf die Alpen im Restaurant Botta auf dem Glacier 3000. © Glacier 3000

Multifunktionale Halle

Darf es etwas mehr sein? Manchmal muss man bei der Gästeliste mehrfach umblättern – willkommen sind im Oberland alle. Für Anlässe bis zu 500 Personen hat etwa die Westhalle Thun die idealen Kapazitäten. Das multifunktionale Begegnungszentrum im Westquartier der Stadt wurde seit 2023 mehrfach mit dem «Swiss Location Award» ausgezeichnet und zeigt sich auch beim sozialen Engagement äusserst umtriebig. Vor Ort macht sich dann der industrielle Stil der Halle vom Foyer über das Sitzungszimmer und den Galerieraum bis zum grossen Eventsaal bemerkbar, wobei auch warme Holztöne einfliessen. Hier stehen Referenten auf einer voll ausgestatteten Bühne mit professioneller Sound- und Lichttechnik, dort wird mit Stehtischen und Loungemöbeln eine gemütliche Stimmung erzeugt.

Vielfalt im Kursaal

Auch zwischen Thuner- und Brienzersee öffnen sich die Türen weit für Veranstaltungen im grossen Rahmen: Im Herzen von Interlaken bietet der Congress Kursaal Interlaken ganze 19 Veranstaltungsräume für 50 bis 1200 Personen. Darunter befinden sich historische Säle wie die Konzerthalle, der Ballsaal oder das Rondell. Aber auch ein modernes Auditorium und ein weitläufiger Garten mit Sicht auf die Jungfrau bieten viel Platz. Hinzu kommt ein gastronomisches Konzept, das vom Fingerfood über reichhaltige Buffets bis zu exquisiten Menüs mit vegetarischen und veganen Optionen reicht. Kein Wunder also, fungiert die Location als Magnet für Wirtschaft und Wissenschaft sowie für alle, die Kongresse, Tagungen und Galas vor einer aussergewöhnlichen Kulisse realisieren möchten.

Die Westhalle Thun wurde mehrfach ausgezeichnet. © 1899 Architekten AG, Christian Helmle

Der Kreis schliesst sich

Ebenfalls mit der grossen Kelle richtet das Kultur- und Kongresszentrum Thun an: So fasst der Lachensaal ebenfalls bis zu 1200 Personen, während im Auditorium Schadausaal bis 740 Gäste willkommen geheissen werden können. Als Empfangsbereich oder Ausstellungsfläche schliesst sich das grosse Foyer an, hinzu kommen drei Workshop- und diverse Gruppenräume. Bleibt noch die Frage, wohin man solche Gästescharen in der Umgebung führen könnte. Die Antwort findet sich wieder einmal in der Höhe: Das Schilthorn auf 2970 m ü. M. sorgt mit der steilsten Seilbahn der Welt und dem Drehrestaurant Piz Gloria für ein eindrückliches Erlebnis. Das Jungfraujoch als «Top of Europe» liegt sogar auf 3454 m ü. M. und punktet mit hochalpinen Attraktionen wie dem Eispalast und der Aussichtsterrasse beim Sphinx-Observatorium. Von so weit oben sieht die Alltagswelt klein aus – und so schliesst sich der Kreis zwischen den Mini- und den Mega-Locations im Berner Oberland auf natürliche Weise.

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