Das Hotel von Morgen
Innovative Hotelkonzepte revolutionieren mit der Verbindung von Architektur, Technnologie und Gastfreundschaft die Branche: Daniel Schneider, Gründer Monoplan AG, wirft einen Blick in die Zukunft des Übernachtens.

Innovative Hotelkonzepte revolutionieren mit der Verbindung von Architektur, Technnologie und Gastfreundschaft die Branche: Daniel Schneider, Gründer Monoplan AG, wirft einen Blick in die Zukunft des Übernachtens.

Daniel Schneider, wie sieht die Zukunft des Übernachtens aus?
Die Zukunft des Übernachtens wird sich stark aufteilen in zwei Richtungen. Einerseits wird es Übernachtungen mit Value for Money, bestem Preis und minimalem Service geben, die attraktiv für ein schmales Budget und Portemonnaie sind. Andererseits wird es das andere Ende des Spektrums stärker geben: Full Service, Luxury, All-In, alles ist möglich, es gibt kein Nein. Diese beiden Enden unserer Gesellschaft und auch des Reisens und der Hospitality werden in Zukunft sicher wachsen und stärker werden.
Das eine Ende dieses Spektrums stellen die japanischen Kapselhotels dar. Was können wir von japanischer Präzision in punkto Nutzerlebnis und Effizienz lernen?
Wirklich faszinierend und bewundernswert an den japanischen Hospitality-Konzepten ist der hohe Grad an Konzepttreue, Disziplin und Effizienz. Vielleicht entspricht das nicht so unseren europäischen Grundwerten. Aber es ist sicher eine grosse Chance, dass wir auf sehr effizientem Raum ein attraktives Angebot für ein schmales Budget anbieten können. Da gibt es sicher von anderen Kulturen einiges zu lernen, weil es auch eine kulturelle Frage ist. Und wir können von der Erfahrung anderer Länder profitieren, die schon einen ausgeprägten Platzmangel haben mit unglaublich vielen Menschen auf einem Fleck. Letztendlich sind das auch Themen, die uns in der Schweiz beschäftigen.
Welche anderen innovativen Hotelkonzepte können die zukünftigen Anforderungen der Hospitality-Branche erfüllen?
Alle Konzepte, die eine klare Positionierung haben und eine klare Kante zeigen, sei es ein Baumhaus-Hotel oder Glamping, können in Zukunft erfolgreich sein, wenn sie sich nicht nur über den Preis differenzieren, sondern über die Erlebnisse und die Emotionen, also der Guest Journey, die sie dem Gast offerieren. Entweder hast Du ein sehr effizientes Produkt nur zum Schlafen oder Du offerierst dem Gast eine Erlebniswelt, die er zu Hause sonst nicht hat. Als Hotelier oder als Investor musst Du Dich entscheiden: Gehst Du in das reine effiziente Produkt oder in das Produkt mit der ganzen Guest Journey.
Wie wird ein Hotelzimmer im Jahr 2040 aussehen?
Das Hotelzimmer der Zukunft wird ähnlich sein wie wir in Zukunft wohnen und arbeiten werden. Es wird entweder stark geprägt sein von realen Begegnungen und Menschen, oder es wird sehr AI-basiert, digital und virtuell sein. Das Schlafen wird ziemlich sicher schlafen bleiben in einer Art von Bett, aber das gesamte Look and Feel und die Umgebung werden wahrscheinlich viel stärker customized sein. Das heisst, dass der Gast Licht, Farbe, Temperatur und Aussicht selbst bestimmen kann. Da wird es einen hohen Grad an Interaktion mit dem Gast geben und gleichzeitig wird die Interaktion mit Menschen nur dann stattfinden, wenn der Gast das möchte. Es wird eine Art von künstlicher Intelligenz geben, mit der er seinen ganzen Aufenthalt abwickeln kann. Oder als Alternative das komplette Gegenteil: Dass das Hotel ganz stark auf analoge Erfahrungen setzt. Das Hotel der Zukunft kann vielleicht auch ein Gegenpol zu unserer künftigen Lebensweise sein, die viel stärker digitalisiert sein wird.
Was wird es in einem Hotelzimmer im Jahr 2040 nicht mehr geben?
Den klassischen Fernseher wird es nicht mehr geben. Und vielleicht gibt es in einigen Hotels auch keine Fenster im klassischen Sinn mehr, sondern nur noch virtuelle Fenster. Das würde es ermöglichen, Hotelzimmer auch in anderen Bereichen von Immobilien zu realisieren. Das Bett, das WC und die Dusche wird es wahrscheinlich weiterhin brauchen. Alles darüber hinaus wahrscheinlich nur noch in geänderter Form.
Über Monoplan AG
Monoplan AG wurde 2008 in Zürich gegründet. Das Unternehmen bietet umfassende Dienstleistungen von Architektur und Interior Design bis hin zu Markenkonzeption, Projektmanagement sowie Hospitalityberatung an.
