Die Hyparschale in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt mit Ingenieurbaupreis «geadelt»

Das Tagungs- und Kongresszentrum Hyparschale in Magdeburg hat mit dem Gewinn des Ernst & Sohn Ingenieurbaupreises 2026 den nächsten «Ritterschlag» erhalten. Gleichzeitig ist sie bundesweit stärker ins Rampenlicht gerückt. Der vom gleichnamigen Fachverlag vergebene Preis zeichnet alle zwei Jahre herausragende Leistungen im konstruktiven Ingenieurbau in Deutschland aus.

Die Jury würdigte vor allem die Verbindung von denkmalgerechtem Erhalt, ressourcenschonender Bauweise und neuem Nutzungskonzept beim Projekt in der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt. «Die Hyparschale zeigt, wie sich ein historisches Bauwerk mit innovativen Technologien zukunftsfähig entwickeln lässt», freut sich Steffen Schüller, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft MVGM GmbH (Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg).

Aus Sicht des MVGM-Chefs unterstreicht die Auszeichnung nicht nur die ingenieurtechnische Qualität des Bauwerks. Sie zeigt auch dessen Relevanz für aktuelle Anforderungen in der Eventbranche. «Das unterstützt die weitere Positionierung der Hyparschale am Markt», so Schüller.

Gefragter Standort für Veranstaltungen

Das lange ungenutzte Bauwerk hat sich seit der Wiedereröffnung im Sommer 2024 zu einem überregional gefragten Standort für Tagungen, Kongresse und Ausstellungen entwickelt. Veranstalter finden dort ein hochmodernes Veranstaltungszentrum. Gleichzeitig hebt sich die Umgebung bewusst von standardisierten Kongressflächen ab und erfüllt hohe funktionale Anforderungen.

«Damit eignet sich die Hyparschale insbesondere für Formate, die Themen wie Innovation, Wissenschaft und Zukunft in den Mittelpunkt stellen und diese auch räumlich widerspiegeln wollen», so Schüller.

Die vom berühmten Schalenbaupionier Ulrich Müther entworfene Hyparschale entstand 1969 am Magdeburger Elbufer. Sie zählt zu den markanten Ingenieurbauwerken des 20. Jahrhunderts. Im Zuge der Sanierung verzichteten die Verantwortlichen auf Abriss oder konventionelle Verstärkung. Stattdessen nutzten sie eine innovative Lösung mit Carbonbeton.

Eine rund einen Zentimeter dünne Schicht stabilisiert die Konstruktion nachhaltig und sichert die Tragfähigkeit. Gleichzeitig bleibt die ursprüngliche Form erhalten. Zudem schont die Technologie Ressourcen und reduziert Emissionen.

Flexible Nutzungsmöglichkeiten

«Der stützenfreie Innenraum, die besondere Lichtführung durch die Glasfronten und die Einbindung in den Stadtpark Rotehorn eröffnen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für Kongresse, Ausstellungen und hybride Veranstaltungsformate», so der MVGM-Geschäftsführer.

«In Kombination mit der benachbarten Stadthalle, die derzeit umfassend modernisiert wird, sowie den angrenzenden Außenflächen entsteht ein Ensemble. Dieses kann unterschiedliche Formate räumlich miteinander verknüpfen.»

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