Ende Mai ging es wieder hoch her: Im Hallenstadion Zürich tagte die siebenköpfige Jury des Xaver-Awards. Dabei haben wir uns intensiv mit den eingereichten Projekten auseinandergesetzt – und ja, auch gestritten: Denn unterschiedliche Blickwinkel und damit einhergehend unterschiedliche Erkenntnisse sind sehr wichtig und ein elementarer Bestandteil eines guten Juryprozesses. Die Entscheidungsfindung soll ein Diskurs sein, in dem man zusammen zu einer Lösung und einem Entscheid kommt. Dabei ist es die Aufgabe von mir als Jurypräsidenten, diese Standpunkte innert kurzer Zeit auf ein Ergebnis hinzuführen.

Dieses wird am 8. September in der Festhalle Bern an der Verleihung des Xaver-Awards verkündet. Es ist der Leuchtturm-Anlass unseres Verbands und das bedeutendste nationale Gütesiegel der Live-Communication-Branche. Für mich ist er eine wertvolle Verleihung und ein verlässlicher Seismograf eines Wirtschaftszweigs, der mit unglaublich viel Engagement, Herzblut und Kreativität seinen Platz in der kollektiven Wahrnehmung behauptet. Das hat nicht nur hohe Relevanz für unsere Branche, sondern auch für die Gesellschaft. In einer Welt, die durch die rasante Entwicklung von KI immer digitaler, flüchtiger und anonymer wird, sind echte Verbindung und Interaktion von entscheidendem Wert.

Bühne für die stärksten Ideen

Und genau das macht der Xaver-Award sichtbar. An der Preisverleihung küren wir jährlich die herausragendsten Live-Projekte des vorangehenden Jahres und zeichnen Eventagenturen, Messeunternehmen, Promotionsagenturen, Supplier und Locations für ihre qualitativen Höchstleistungen aus. Dabei begeben wir uns jedes Jahr auf die intensive Suche nach der exzellentesten Live-Communication – von strategisch starken Konzepten bis hin zu kreativen Umsetzungen. Im Fokus stehen dabei Innovation, Realisation, Impact und Sustainability. Allesamt Ziele und Werte, die nicht nur unserem Verband, sondern auch für die Auftraggeber von hoher Bedeutung sind und von aussen aufmerksam verfolgt werden.

Letztes Jahr sorgte Marco Solari bei seiner Dankesrede für Gänsehautmomente. Moderatorin Christa Rigozzi führte durch den Abend. © Volltoll, Manuel Lopez

Potenzial erkennen

In diesem Jahr darf ich die Jury bereits zum 5. Mal präsidieren und – was soll ich sagen – ich freue mich riesig! Diese Aufgabe ist eine grosse Ehre für mich, denn die Beurteilung von zeitgemässen Projekten interessiert mich sehr. Die LiveCom-Branche begleitet mich nun schon seit fast 30 Jahren und ist Teil meines täglichen Berufslebens. Mit meiner langjährigen Erfahrung in der Konzeption von Eventstrukturen und -inhalten erlaube ich mir deshalb gerne, ein Urteil darüber abzugeben, welche Projekte aktuell herausragen. Immer wieder macht es grosse Freude Konzepte zu erkennen, welche weiter entwicklungsfähig sind und Potenzial haben auch in Zukunft wegweisend und nachhaltig zu sein. Aber selbstverständlich mache ich das nicht allein, sondern zusammen mit einer toll besetzten Jury.

Der Schlüssel für Exzellenz

Dieses Jahr hat die Jury in neuer Zusammensetzung getagt: Wir haben drei Neuzugänge an Bord geholt, die dem Xaver wieder eine neue Handschrift verleihen werden. Denn was für gute LiveCom gilt, stimmt auch für unsere Jury – Weiterentwicklung ist der Schlüssel für Exzellenz. So freue ich mich über meine neuen Kolleginnen und Kollegen Paola Biason, ehemalige Redaktionsleiterin des legendären SRF-Formats «Glanz & Gloria» bzw. «Gesichter & Geschichten», Franz Reichholf, Managing Director von Bucherer AG und Michel de Maddalena, Creative Director der Berner Eventagentur evenjo ag. Die neue Zusammensetzung garantiert unterschiedliche Perspektiven, hohe Fachkompetenz und eine fundierte, unabhängige Beurteilung der eingereichten Projekte.

An den Jury-Sitzungen wird manchmal auch gestritten. © Michel Studer

Was gute Projekte bewirken

Ich werde oft gefragt: Was macht es denn aus, ein gutes Projekt? Meiner Meinung nach ist Live Communication dann am erfolgreichsten, wenn sie auf einer grundlegenden, eindeutigen Idee basiert, die mit der gesamten Klaviatur des Eventmanagement umgesetzt wird und alle Sinne berührt. Mittels stringenter Story, gezielter Orchestrierung, Szenografie und Dramaturgie kann sie Gefühle und Handlungen wecken. Andere Kommunikationsmassnahmen wie ein Web-Auftritt oder ein Plakat können dies schlicht nicht leisten.

Live-Communication muss ein bleibendes Erlebnis hinterlassen und in jedem Fall Lust auf mehr machen. Ich weiss noch, dass ich nach meiner ersten Jurierung 2022 gefragt wurde, was mein Fazit ist. Ich sagte damals: «Es war für uns ein Einfaches, bei dieser hohen Dichte an qualitativ hochwertigen Projekten jurieren zu dürfen. Wir würden uns freuen, wenn es in den nächsten Jahren nun so weitergeht.» Und genauso ist es gekommen: Jahr für Jahr erhalten wir Dutzende qualitativ hochwertige Eingaben, so dass es eine Freude ist, diese bewerten zu dürfen.

Xaver 2026 – let’s go wild again!

Die letztjährige Preisverleihung fand unter dem Wildwest-Motto «Wanted – Livecom Excellence» statt und dieses Jahr wird es im guten Sinne wieder ebenso wild. Neben der Auszeichnung der Jury wählt die Community – die zweite Jury des Xaver-Awards – im Rahmen eines Online-Votings die Gewinnerin oder den Gewinner des Public Xaver. Zudem wird der Lifetime Achievement Award vergeben. Diese Auszeichnung berührt mich immer wieder besonders: Im letzten Jahr wurde Marco Solari geehrt und er sorgte mit seiner Dankesrede definitiv für Gänsehautmomente. Und das ist es, was bei der Live-Communication zählt und deshalb auch für uns als Jury zentralen Wert hat: Emotionen zu wecken, die bleiben.

Dany Waldner
Jurypräsident Xaver-Award und Gründer von waldner partner.
© Michel Studer

Swiss LiveCom Association EXPO EVENT (SLA) ist der nationale Branchenverband der Live-Communication-Branche in der Schweiz. Der Verband vertritt rund 200 nationale und internationale Firmen aus den Bereichen Messen, Eventagenturen, Locations, Technik und Zulieferer – und fungiert als Sprachrohr gegenüber Behörden, Politik und Öffentlichkeit.